Ein altes Gebäude soll weichen – und statt es mit allem darum und darin abzureißen und als Bauschutt zu entsorgen, soll möglichst viel katalogisiert, registriert und einer Wiederverwertung zugeführt werden. Das spart Primärenergie und CO2 in der Herstellung von Baustoffen und den Aufwand von deren Entsorgung. So ließe sich die Idee des Urban Mining in etwa zusammenfassen.
Wie das praktikabel umzusetzen ist und inwieweit dies regionalen Wirtschaftskreisläufen zugutekommt, wird in Heidelberg (Niedersachsen) im großen Stil erprobt. Dort geht es um einen ganzen Stadtteil, konkret 250 Gebäude mit 1.400 Wohnungen, in denen bis 2013 Angehörige der US-Armee lebten. Besonders der verbaute Beton, der 50 Prozent der Gesamtmasse ausmacht, soll direkt vor Ort zu Recycling-Beton aufgearbeitet werden.
Die Stadt München hatte bereits in der Vergangenheit einen ähnlich gelagerten Versuch vollbracht. Dort wurden auf dem Gelände der alten Bayern-Kaserne wiederverwendbare Bauteile aus Abriss und Schutt gefiltert und für neu angelegte Bauten genutzt. Nun geht man einen Schritt weiter und prüft die Einrichtung eines lokalen Marktes für gebrauchte Bauteile.